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Prometheus‘ Bedauern

Lasst mich doch in Ruh’ mit eurer Sonne: Schlafen will ich!

Nichts als Freude um mich

Und Lachen und Tanzen,

Wenn einer ihrer Strahlen

Euch an euren Nasen kitzelt.

Ich habe schon Monate verbracht

In der Dunkelheit

Und ihre Zurückhaltung und Schweigsamkeit

Schätzen gelernt,

Deren Schutz ich mich verdanke.

Euch dünkt nichts von ihrer Dauer.

Ihr schreit und huldigt dem Kristall,

Der weiß und glühend noch um eure Tage zieht

Und neidet es denen,

Die vor euch in seinem Licht verglühten.

Unwissende seid ihr, die der Vergänglichkeit die Tore schließen.

Mein Herz aber wird frieren

Und ruhig in den Wassern der Seen liegen,

Wenn euer Lachen

Sich auflöst in Klage.

Saht ihr denn jemals den Himmel?

Oder blendeten euch

Ihre Glut und ihr Feuer?

„Sonne!“

Ruft ihr und wisst doch nicht, wen ihr meinen sollt,

In eurem leichtsinnigen Flehen.

Hat nicht jeder ihrer Strahlen

Sein brennend Mal gelassen

Auf euren unschuldig

Bittenden Händen?

Ich kenne sie

Und lachte mit euch meine Tage

Da ich unwissend war wie ihr

Und euphorisch.

Nun werde ich ruhen in ihrem Schatten,

Der bleiben wird,

Bis zu ihrem letzten Strahl.

In meinen weinenden Augen wird sich spiegeln

Euer geneigtes Haupt

Wenn ihr vergehend auf mich blickt

In einem letzten Bedauern.

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