Lyrik

Der Neue

Ich sagte ihm: „Adieu, mein Freund,“ und er verließ mich. Erleichtert schloss ich meine Tür, als er fortging. So also fühlt sich Ruhe an, dachte mein Herz. Und befreit legte ich mich schlafen.
Da läutete es an meiner Tür. Liegen bleiben wollte ich, doch stand ich auf und öffnete. „Hallo,“ sagte er. „Ich bin der neue Tag. Wenn ich mich kurz vorstellen dürfte,“ Ich aber sagte: „Ich kenne dich.“ und verwährte ihm Eingang, legte mich nieder, zog mich zusammen und schlief.
Er aber blieb hartnäckig, so dass ich beschloss, ihn einzulassen. Seine Ansichten glichen denen seines Vorgängers, doch tat ich, als kennte ich sie nicht zur Gänze. Manchmal schnappte ich ein neues Wort auf und erneuerte mit ihm meine Einsichten. Ich kochte uns Kaffee, und er blieb. Als der Abend dämmerte, bat ich ihn zu gehen.
Ich sagte ihm: „Adieu, mein Freund,“ und er verließ mich. Erleichtert schloss ich meine Tür, als er fortging. So also fühlt sich Ruhe an, dachte mein Herz. Und befreit legte ich mich schlafen.
Da läutete es an meiner Tür. Liegen bleiben wollte ich, doch stand ich auf und öffnete. „Hallo,“ sagte er. „Ich bin der neue Tag. Wenn ich mich kurz vorstellen dürfte,“ Ich aber sagte: „Ich kenne dich.“ und verwährte ihm Eingang, legte mich nieder, zog mich zusammen und schlief.
Er aber blieb hartnäckig, so dass ich beschloss, ihn einzulassen. Seine Ansichten glichen denen seines Vorgängers, doch tat ich, als kennte ich sie nicht zur Gänze. Manchmal schnappte ich ein neues Wort auf und erneuerte mit ihm meine Einsichten. Ich kochte uns Kaffee, und er blieb. Als der Abend dämmerte, bat ich ihn zu gehen.
Ich sagte ihm: „Adieu, mein Freund,“ und er verließ mich. Erleichtert schloss ich meine Tür, als er fortging. So also fühlt sich Ruhe an, dachte mein Herz. Und befreit legte ich mich schlafen.
Da läutete es an meiner Tür …
Lyrik

Wiedergeburt

Hohl
Dumpf
Leer
Reißend
Peitschend
Kreischend
Wie hohl all die Dinge in mir sich gebärden, wenn von einem Licht sie gefunden werden. Seit Nächten schon rollt in mir dumpfes Gebrüll, das kreischend und peitschend mir ausreißen will. Noch halte ich seine Leine ganz still, lausch bange den Fluten, in die es wohl will. Und frisst dieser Rachen, der dunkel mir droht, den Rest auch von mir noch, dann gnade mir Gott.
Lyrik

Stapel zum Himmel

Ich staple ein Lächeln von dir
Auf das andere
Und erklimme daran den Himmel.
Ich lache dir von der Spitze meiner
Liebesleiter
Und rufe jauchzend,
Ich hätte für uns
Den ewigen Frühling gewonnen.
Ich drücke Frau Holle
Blüten für dich in die Hand.
Ich bin so leicht wie Papier,
Du steckst mich ganz einfach in Brand.
Verlieblicht und taumelnd komm ich
Auf die Füße,
Weit weg
Von Himmel und Blüten und dir.
Ich schüttle mein Haupt,
Zieh die Flügel aus.
Ganz wunderbar war und verwundert bin
Ich wieder hier unten im Leben.
Lyrik

Die Saat

Ich bin die Saat. Ich wurde gesät, wo das Licht mich fallen ließ. Ich warte auf den Regen.
Licht wird mich blühen machen, weil ich glaube, dass es mein Regenmacher ist und mein Gärtner.
Ich möchte tragen, geben, Wurzeln schlagen zuerst. Ich fühle mich zittrig vom Warten, vom langen Liegen in der Erde. Ich möchte hervor brechen und beiseite schieben, was auf mir liegt. Ich möchte
nicht mehr
geduldig
sein.
Mein Atmen macht mich bangen.
Um mich herum in der braunen Mutter liegt manchmal ein Murmeln, ein Flüstern fast. Ich hielte mir die Ohren zu,
aber ich bin nur Saat, die auf den Regen wartet.
Wenn die Dürre lang ist, fürchte ich zu zerbrechen. Meine Schale knackt, wenn ich mich rege. Ich falle in Träume und denke mir:
Ich werde eine Ranke sein, sich schmiegend um heimliche Weisungen; Ein Strauch, duftend reich an erfreuenden Blütenständen; Ein Baum, stark und Schatten spendend denen, die den gleichen Weg gehen; ein Kraut, unscheinbar und nutzlos, von einzigem Wert sein Dasein an sich. Ich werde sein, was ich noch nicht kenne.
Vielleicht werde ich es nicht verstehen, wenn es soweit ist.
Es gibt Tage, die lassen mich ruhig sein. Mir liegt nicht viel auf einer Seele,
denn ich bin nur Saat, die auf den Regen wartet.
Ich bin die Saat. Ich wurde gesät, wo Göttliches Licht mich fallen hieß.
Es wird mich blühen machen, weil ich glaube, dass es mein Regenmacher ist und mein Gärtner.