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Die Saat

Ich bin die Saat. Ich wurde gesät, wo das Licht mich fallen ließ. Ich warte auf den Regen.
Licht wird mich blühen machen, weil ich glaube, dass es mein Regenmacher ist und mein Gärtner.
Ich möchte tragen, geben, Wurzeln schlagen zuerst. Ich fühle mich zittrig vom Warten, vom langen Liegen in der Erde. Ich möchte hervor brechen und beiseite schieben, was auf mir liegt. Ich möchte
nicht mehr
geduldig
sein.
Mein Atmen macht mich bangen.
Um mich herum in der braunen Mutter liegt manchmal ein Murmeln, ein Flüstern fast. Ich hielte mir die Ohren zu,
aber ich bin nur Saat, die auf den Regen wartet.
Wenn die Dürre lang ist, fürchte ich zu zerbrechen. Meine Schale knackt, wenn ich mich rege. Ich falle in Träume und denke mir:
Ich werde eine Ranke sein, sich schmiegend um heimliche Weisungen; Ein Strauch, duftend reich an erfreuenden Blütenständen; Ein Baum, stark und Schatten spendend denen, die den gleichen Weg gehen; ein Kraut, unscheinbar und nutzlos, von einzigem Wert sein Dasein an sich. Ich werde sein, was ich noch nicht kenne.
Vielleicht werde ich es nicht verstehen, wenn es soweit ist.
Es gibt Tage, die lassen mich ruhig sein. Mir liegt nicht viel auf einer Seele,
denn ich bin nur Saat, die auf den Regen wartet.
Ich bin die Saat. Ich wurde gesät, wo Göttliches Licht mich fallen hieß.
Es wird mich blühen machen, weil ich glaube, dass es mein Regenmacher ist und mein Gärtner.

1 thought on “Die Saat”

  1. Anonym sagt:

    Endlich mal was Richtiges…

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