Lyrik

Blüte

Kann deine Hand nicht erreichen

Nimm meine Adern

Kann dein Lachen nicht hör’n

Fühl meinen Puls

Kann dein Leben nicht teilen

Hab einfach Zeit

wir sind mehr als allein

Wir  sind mehr als zu zweit.

Haiku, Veranstaltungen

1. Haiku-Workshop im Mai 2014

Im Rahmen des Gaardener Stadtteil-Festes im Mai 2014 fand erstmalig auch eine Beteiligung der Kleingärtner des Vereins Gaarden-Süd e.V. statt. 

Der Vorsitzende T. Bergunde lud mich ein, mit einem literarischen Unterhaltungsprogramm, bevorzugt über Haiku, Teil zu nehmen. Ingo und Susanne stellten ihren schönen kleinen Garten zur Verfügung, freiwillige Helfer improvisierten viele gemütliche Überdachungen, als das Wetter sich ins Graue neigte, und am Ende hatten wir Kuchen, Tee, Wein, eine Menge neuer Gedichte und Dichter, große und kleine Gefühle und vor Allem sehr viel Spaß miteinander!

Hier sind ein paar Eindrücke der Veranstaltung im Rahmen des Festivals „KulturNatur – umsonst & draußen“:

 

Mehr Fotos gibt es auf facebook.

Zu finden sind die Haiku, die in dem Worshop entstanden, hier auf kuestenschreiber.blogspot.com unter dem Reiter „Gastspiele„.

Über weitere Einsendungen freue ich mich immer sehr! Diese könnt ihr über das Kontaktformular in der linken Menüleiste jederzeit an mich versenden. Auf Wunsch veröffentliche ich sie anonym oder mit eurem Namen.

Das Motto: Jeder kann ein Dichter sein!

Euer Küstenschreiber

P.S.: ein nächster Workshop ist bereits für den Mai 2015 und die nächsten Gaardener Kulturtage geplant. – Hoffen wir, dass Ingo & Susanne ihren Garten wieder zur Verfügung stellen. Ich freue mich schon wieder sehr auf eure rege Teilnahme!

Lyrik

Ophelia

Kein Verlangen

gestillt
in den Jagdgründen
grün gemalter Wüsten.
Schwer wiegen die Tage auf ihrer Stirn. Opheee – li – a.
Nass liegen die Decken in Tränen voll Gram. – Ophelia.
Was geblieben ist, rinnt durch Finger in heißem Wind. Kein Tag ohne Wüste, kein Rasten auf der Wanderung durch eine Dürre wie diese. Gewollt. Gewünscht. Verfehlt.

Wo ist Hamlet, der kühne, der kühle, die Hand?
Stand vor einigen Wimpernschlägen dort nicht im Sand 
eine Gestalt, eine große, und winkte und lachte 
ihr zu, ganz sachte?

Verweht. 
Dort steht
nichts mehr.

Wann ist die eine Gelegenheit,
die gelegen bleibt,
auch wenn die Nacht sich neigt
und den Traum vertreibt, den sie webte?
Es war ihr, als schwebte
vor einer weißen Kapelle
eine strahlende Helle.

Wie in all den Jahren und Monden und Tagen?
Verronnen in ewigem Staub, dem Versagen,
zermalmt von der Güte, die Zeit in sich trägt.
Dankbarkeit sich im Vergessen regt.

Wer stützt den fallenden Leib, den weichen,
Wer fragt, warum Leben und Fluss sich nicht gleichen?
 wie viele Trauergesänge hört der Tag sich noch an?

Ophelia kann
sich nur selbst noch erheben, wenn mit all ihrer Kraft
sie ein Letztes schafft.

(schafft … schafft… schafft …)

Warum die Geier und Krähen, die nahen,
fliehen, wenn Opheliens Werk sie sahen,
wer weiß es?

In Mitternächten wie jener, so heißt es,
(auch ich hab’s gesehen)
Blickt jener ihr Kleid, hört dieser ihr Flehen.

Und wagt kaum 
zu fragen: was ist es gewesen?
War es nur ein Traum? 
Oder war es ein Wesen,
das oft ich dort sah?
es stand mir am Bette mit wehendem Haar,
das schwarz und ein bisschen wie Trauer war.