Lyrik

Alphabet der Wiesen

Akelei
Butterblume
Chrysantheme
Distel
Eisenhut
Fackellilie
Glockenblume
Hirtentäschelkraut*
Iris
Jasmin
Kornblume
Mohnblume
Nachtkerze
Orchidee
Primel
Queller**
Rittersporn
Stiefmütterchen
Tränendes Herz
Usumbaraveilchen
Vergissmeinicht
Waldmeister
X
Ysop
Zinnkraut

* Idee von Katharina M.
** Idee von Markus H. 
Lyrik

September

Wie können denn Farben
Gefühle sein.
Fragst du sitzend
Unter roten und gelben Blütenständen.
Dolden, voll lauter und leiser
Töne, hellumrändert und dunkelschattiert,
umranken dich,
wiegen dein Staunen in den September hinein.
Ich weiß nicht.
Sag ich, und lausche
Dem nahenden Gold.
Lyrik

Sommerabend

Es fühlt sich matt und ausgewrungen
der Sommer an
in seinen letzten Tagen.
Hinter uns hat kein Tag eine Chance
etwas zu sein.
Nur vorn, wo Nebelfelder
den Geist in blasse Netze zieh’n,
darf helles Licht
durch Blättergitter rieseln, entfernt.
Des Nachts der Sterne Muster
strahlt weißer nun,
so scheint’s. Des Tags verliert 
der Beeren Süße sich in Summen, vergor’n.
Und keine Härte bleibt, nichts Grelles
und nichts Lautes.
Nur Weiche, Sanftheit, Schweben.
Verlornes Hasten,
gefundenes Lauschen und Horchen im Sein.