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Monat: September 2016

Nichts Besonderes

Es war, wie er es sich immer vorgestellt hatte. Keine Sirenen, kein Schimpfen oder Brüllen oder Keifen, keine Geräusche überhaupt, kein Aufheben von der Sache machen. Stattdessen Arm in Arm ganz ruhig und unscheinbar den Gang entlanggehen. An die Grüne Meile musste er denken und lächeln und sich dabei wünschen, die Maus zu sein. Er […]

Hugo

Mein Wellensittich war letzte Woche beim Psychiater. Ja, anfangs hielt ich das für eine absurde Idee, aber er hat sich zum Geburtstag einen Gutschein gewünscht für etwas Entspannendes. Ich konnte meinen Wellensittich schlecht auf eine Beautyfarm oder in ein Wellnesscenter schicken – was hätten die Leute gedacht? -, also schenkte ich ihm einen Gutschein für […]

Haiku LXXVI

Wind voller Vögel rauscht um tanzendes Blattwerk. Nur der Stille sieht’s.

Prometheus

Er lag auf dem Boden seines Wohnzimmers und wischte sich mit dem Handrücken Schweiß von der Stirn. Als er die roten Schlieren auf seiner Hand sah, tanzten für einen Moment wieder kleine Blitze vor seinen Augen. Er fürchtete eine erneute Ohnmacht. Die Blitze verschwanden, kamen aber nur einen Moment später umso intensiver zurück. Es dauerte […]

Menschsein II – Lesung

Die Lesung unter dem Titel „MENSCHSEIN“ geht am 18.10.2016 weiter. – Natürlich gibt es auch in diesem Teil ein festes Programm. Natürlich ist es stimmig. Natürlich liest mit mir, Nicole Banik, wieder Silvia Mehmel. Natürlich erklärt sich dem Besucher im Laufes des Abends die grüne Tasse. Noch Fragen? Werden auch beantwortet. Auf Handzeichen. In der […]

Götter

Und was wäre, wenn

Das Gras nicht wüchse,

sondern es die Erde wäre,

die sich zurückzieht

Liebeswetter

Mit seliger Bestimmtheit weiß ich, dass die Wetter meine Nervenbahnen kreuzen auf dem Weg zu dir. Beruhigung suchend türmen sich Tornados, Spiralen in den Himmel, zu erkennen von denen, die gleiten. Raumleere zieht meine Wutwolken an, stürzt sich in Blitzen zur Erde und schlägt steinhagelfest in dir ein. Liebeswetter. Spürst du den Schmerz in mir zischen […]

Der halbfertige Himmel

Die Mutlosigkeit unterbricht ihren Lauf. Die Angst unterbricht ihren Lauf. Der Geier unterbricht seinen Flug. Das eifrige Licht fließt hervor, sogar die Gespenster nehmen einen Schluck. Und unsre Malereien kommen zutage, die roten Tiere unsrer Eiszeitateliers. Alles beginnt sich umzublicken. Wir gehen in der Sonne zu Hunderten. Jeder Mensch eine halboffne Tür, die in ein […]