Erzählungen, Haiku, Kiel, Lesung, Lesungen, Literatur, N. Banik, Veranstaltungen

Lesung und Workshop bei der Kulturrotation

Der Frühling ist da und bringt die nächste Veranstaltungs-Saison mit sich.

Den Start lege ich in diesem Jahr bei der Kultur-Rotation am 05.05.2018 hin.

WAS? Dritter Kieler Haiku-Workshop samt anschließender Kurzgeschichten-Lesung. Der Workshop besteht aus einer Einführung in die Gestaltung der kleinsten Gedichte der Welt – der japanischen Haikus – und einer interaktiven, freien Anleitung zur Erstellung der lyrischen Momentaufnahmen.

Wer glaubt, er könne nicht dichten, dem werden die japanischen Dreizeiler schnell das Gegenteil beweisen. Und wer am Ende möchte, lässt sein Gedicht auf diesem Blog veröffentlichen. Dort tummeln sich bereits die Gastbeiträge der letzten Workshops unter der Kategorie „Gastspiele“.

Im Anschluss lese ich ausgewählte Kurzgeschichten aus meinen drei Büchern und bisher Unveröffentlichtes. Dabei wechseln die Erzählungen von absurd Realem zu wagemutig Surrealem, bleiben immer am Rande der Normalität oder kurz dahinter und hinterlassen ein Flair von Faszination. Anschließende Tagträume und nachhaltiges Staunen sind inklusive.

Für Snacks und Getränke während der Veranstaltung ist durch Susanne Gerull und Ingo Meß gesorgt.

Kleine Pausen werden musikalisch live auf dem Cello untermalt.

WO? In Kiel Gaarden im Kleingartengelände

⇒ ab Bushaltestelle „Am Langsee“ an der Preetzer Straße, Straßenseite Richtung Elmschenhagen; den Wegweisern folgen, ca. 5 Min. Fußweg.

WANN? Am 05.05.2018 / 15 – 17 Uhr

Fragen? Gerne über das Kontaktformular.

 

Lyrik, N. Banik, Poesie

Neros Vermächtnis

Es liegen Menschen gestapelt

wie Heringsfilets in Betondosen,

die sie Zuhause nennen.

Vermächtnisse Neros.

Seine Brote sind Zucker und

Glutamat.

Die Arenen tauschen wir gegen

einsam flackernde Spielekonsolen.

Vergessen der Jubel der

Kunstkriege vor dem

AlltagsschlachtenTV.

Und das Gift Agrippinas

fließt durch die glühenden Stäbe

der Wolkenpilze der kommenden Tage.

Erzählungen, Literatur, N. Banik

Fische sind keine guten Zuhörer

14.08.1912

Meine Liebe! Wir haben die Tejo-Bucht bei Lissabon am heutigen Vormittage verlassen. Die See liegt glatt. Schon bald werden wir in Rotterdam unseren nächsten Landgang haben. Nach der Langeweile der vielen Tage an Land, in denen wir auf unsere Ladung warteten, sind meine Beine nun endlich wieder trittsicher an Bord. Die Hitze des Südens bekommt mir nicht, wie du weißt. Ich sehne mich nach der frischen Ruhe der spätsommerlichen Heimat und nach deiner kühlen Hand. Was wirst du Augen machen, wenn du siehst, was ich dir mitgebracht habe!

17.08.1912

Liebste, ich wünsche, deine Nacht ist ruhiger gewesen als die meine es war. Die See ist mir in den letzten Tagen keine gute Freundin mehr. Wir werden uns im Anschluss an diese Fahrt für eine Weile trennen müssen. Das wird auch dich freuen, denn ich habe vor, mit dir eine Landpartie anzugehen. Wir wollen uns nun endlich ein kleines Häuschen suchen für dich und die Kinder, nahe der Elbe und ferner des Stadttumultes. Nicht wahr? Ein Gärtchen für dich wird auch nicht fehlen. Du wirst dir vielleicht einen Hund zulegen für die Zeiten, in denen ich auf See bin. Das wolltest du doch immer. Es wird dich freuen zu hören, dass ich zu dir als Obermaat zurückkehre und einen erheblicheren Lohn mitbringe, der uns einiges erleichtern wird. Continue reading „Fische sind keine guten Zuhörer“