Lyrik, N. Banik, Poesie

Neros Vermächtnis

Es liegen Menschen gestapelt

wie Heringsfilets in Betondosen,

die sie Zuhause nennen.

Vermächtnisse Neros.

Seine Brote sind Zucker und

Glutamat.

Die Arenen tauschen wir gegen

einsam flackernde Spielekonsolen.

Vergessen der Jubel der

Kunstkriege vor dem

AlltagsschlachtenTV.

Und das Gift Agrippinas

fließt durch die glühenden Stäbe

der Wolkenpilze der kommenden Tage.

Lyrik, N. Banik, Poesie

Leben

Die Ukulele im Fenster mit ihren fleischigen Blättern

trotzt dem harten Lichteinfall

der Sonne, die durch das grindige Fenster strahlt.

Auf meiner Sukkulente spiele ich ihr ein Friedenslied

wie Pappe zwischen Licht und Realität.

Lyrik, Poesie

Innenschau

Die Muse 
 
ist eine alte Frau,
 
die in den schwarzen Wassern meines Seelenteiches 
 
kniet und mir Ratschläge erteilt,
 
während gesichtslose, nackte Männer
 
um uns herum rhythmisch 
 
die Trommeln schlagen,
 
bis der  Panther
 
die Sitzung für beendet erklärt.
Lyrik, Poesie

Vom Verschwinden eines unsichtbaren Gottes

Die fleischgewordene
Unstimmigkeit der Gier
liegt in Zuckungen am
blutverschmierten Boden der Allmenschlichkeit.
Nach der Schlacht.
Großmächtig sitzt ein Gott,
seufzt tief in seinen einsamen
Furchen der Verbannung.
Nichts hilft,
nichts ruft nach ihm,
hinunter in seine selbsterbaute Hölle.
Prophezeiung, dass er fiel.
Selbsterkenntnis,
als er schwindet.
Im Dunkel verweht, wie nie gewesen.

Lyrik, Poesie

Strom und Schnelle

Nicht tief
der Fluss
in den ich steigen muss
 
Wozu ins Wasser gehen?
Wenn ich doch Wasser bin.
Kein stehendes,
nicht faulig, krank.
 
Fließend durch Tage,
durch Nächte.
 
Ich werde mich verbreitern
auf dem Weg in das Tal
fort von der Quelle,
 der ich entsprang.
 
Keine Brücke
führt über mich.
Durch meine Wasser
führt nichts hindurch.
 
Nur klarer Strom,
reißender Rausch,
schnellende Kälte,
 
bis mein innerster Drang seine Ufer sprengen
und dem verdorrten Land
Frucht und Farbe bringen wird.